Fachkrankenhaus Vielbach

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Start Therapie Philosophie

Behandlungsphilosophie

Persönlichkeitstheoretische Überlegungen

Unsere therapeutische Arbeit ist von einem ganzheitlichen, humanistischen Menschenbild geprägt. Wie alle Menschen sind auch unsere Patienten bestimmt durch ein Bedürfnis nach Selbstaktualisierung, Autonomie und durch ihre Existenz in einer sozialen Gemeinschaft.

Ihre Motive, Handlungen und emotionale Befindlichkeiten prägen sich in den sozialen Bezügen zu anderen Menschen aus. Somit liegt nahe, dass auch heilende Faktoren innerhalb dieser (häufig gestörten) sozialen Bezüge aktiviert werden müssen.

Dies geschieht in Vielbach vorrangig durch eine besonders intensive Beziehung zwischen Bezugstherapeuten und Patienten, durch die aktivierende Dynamik im Zusammenleben und -arbeiten der Gruppe sowie in der Gruppentherapie.

Im Sinne des von uns vertretenen Menschenbildes sehen wir unsere Arbeit als Ausdruck unserer gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung, mit dem Ziel gerade sozial, psychisch und gesundheitlich besonders beeinträchtigten Menschen dabei zu helfen ihr vorhandenes Potential zu aktivieren um ihre berufliche ebenso wie ihre soziale Wiedereingliederung zu erreichen.

 

Krankheitsmodell und Suchtverständnis

Bei Abhängigkeitserkrankungen handelt es sich um ein sehr komplexes Störungsmuster deren Entstehung auf einem komplexen Zusammenspiel von neurobiologischen, seelischen und sozialen Faktoren beruht.

Im Zusammenhang mit dem zuvor skizzierten Menschenbild verstehen wir Suchterkrankungen als vergeblichen Selbstheilungsversuch, der seine Ursache in defizitären Beziehungsmustern und fehlgeschlagenen Versuchen zur Aktualisierung der eigenen Persönlichkeit hat.

Dabei gibt es bis heute keine zufriedenstellende einheitliche und allumfassende ätiologische Theorie der Suchterkrankungen. Vielmehr vermitteln unterschiedliche Erklärungsansätze Zugang zu verschiedenen Aspekten der Sucht und ergänzen sich so auf sinnvolle Art und Weise.

Relativ große Übereinstimmung besteht aber darin, Suchterkrankung als multikonditionales Syndrom zu beschreiben, welches eine 'biopsychosoziale' Theorie erfordert (Feuerlein, 1986).

Daraus leitet sich für uns eine ganzheitliche Sicht der Suchterkrankung ab, die die Persönlichkeit des Betroffenen in der Gesamtheit seiner biologischen, psychischen und sozialen Eigenschaften begreift und die die Entwicklung der Abhängigkeit im Zusammenhang und in ihrer Interaktion mit ihrem sozialen Umfeld versteht.


Behandlungsansatz

Der Kanfer'sche Selbstmanagement-Ansatz (Kanfer et al., 1991) passt ideal zu dem von uns vertretenen humanistischen Menschenbild. Er berücksichtigt in besonderer Weise diejenigen Faktoren, die sich in empirischen Studien der Therapie von Alkoholikern als Erfolg versprechend erwiesen haben.

Die damit verbundenen therapeutischen Strategien sollen die Betroffene befähigen, möglichst aktiv zur Bewältigung ihrer Probleme beizutragen. Wenn diese Lernprozesse erfolgreich verlaufen, ist der Patient wieder in der Lage, sein Leben weitgehend ohne externe professionelle Hilfe seinen persönlichen Zielen entsprechend zu gestalten.

Durch die therapeutische Behandlung wird der Patient befähigt, im Rahmen seiner Ressourcen und Grenzen ein möglichst hohes Maß an Autonomie, Selbstbestimmung und an sozialen Kontakten zu erlangen.

Die Überschaubarkeit der Klinikgröße soll eine "familiäre" Therapieatmosphäre vermitteln, die an biographische Erfahrungen des Patienten anknüpft und neue, korrigierende Objektbezüge ermöglicht.

Das beschriebene Grundverständnis von Suchtkrankheit führt folgerichtig zu der Erkenntnis, dass die stationäre Therapie in unserem Hause nur eine - wenn auch bedeutsame - Phase eines langen und vielschichtigen Gesundungsprozesses ist, eingebunden in ambulante Vorbereitung und differenzierte ergänzende stationäre bzw. teilstationäre sowie ambulante Therapieangebote.

 


Schlagzeilen


Die Ausgabe 49 der Vielbacher Patientenzeitung SuchtGlocke gibt es ab jetzt auch hier zum Lesen am Bildschirm

Auf den Seiten der Patientenzeitung SuchtGlocke finden Sie ab sofort die neueste Ausgabe zum Lesen am Bildschirm. Diesen Service bauen wir momentan weiter aus, nach und nach werden hier auch alle älteren Ausgaben der SuchtGlocke eingestellt. Schauen Sie doch mal rein ... mehr...